Geschichte der Kirchengemeinde

Unsere Prot. Kirchengemeinde umfasst die beiden Orte Westheim und Lingenfeld, die bereits vor 1220 bzw. 950 Jahren erstmals urkundlich erwähnt wurden.

Beide Orte sind in der Südpfalz nahe dem Rhein gelegen zwischen den beiden Städten Speyer und Germersheim. Organisatorisch sind sie dem Prot. Kirchenbezirk Germersheim angegliedert.
Es gibt zwei Kirchen, die Prot. Kirche Westheim und die Prot. Christuskirche Lingenfeld. Das Pfarramt befindet sich in Westheim.

Westheim ist ein Dorf mit etwa 1.800 Einwohnern, wovon knapp 700 Menschen mit Hauptwohnsitz zur Prot. Kirchengemeinde gehören.
Lingenfeld ist der Hauptort der gleichnamigen Verbandsgemeinde mit ca. 5.800 Einwohnern. Zur Zeit leben hier ca. 1.180 Protestanten. (Stand 31.12.2019)

Der erste schriftliche Nachweis über die Existenz einer reformierten Gemeinde in Westheim stammt aus dem  Jahr 1558.
Ab dem Jahre 1563 wurde Westheim von der Schwegenheimer Pfarrei aus versorgt. Dieser Zustand der Mitversorgung scheint bis zum 18. Jahrhundert unverändert geblieben zu sein, auch wenn manches dafür spricht, dass es immer wieder kurze Zeitabschnitte gab, in denen eine selbstständige Westheimer Pfarrstelle besetzt war.
Von 1678 bis 1687 wurde Westheim zwischenzeitlich von Niederhochstadt aus versorgt.
Ab dem Jahr 1800 wurde Westheim wieder eine eigenständige Pfarrei.

Wie Westheim wurde auch die reformierte Gemeinde von Lingenfeld in den Anfangsjahren von Schwegenheim aus mit versorgt. Die Auseinandersetzungen des Dreißigjährigen Krieges und des Pfälzischen Erbfolgekrieges setzten insbesondere die Lingenfelder reformierte Gemeinde unter starken Druck. Die so genannte Ryswicker Klausel des Ryswicker Friedensvertrages von 1697 führte dazu, dass in  Lingenfeld von Seiten der politischen Machtträger die römisch-katholische Konfession durchgesetzt wurde; 1702 wurde die reformierte Pfarrei Lingenfeld  geschlossen und die Reformierte Kirche den Katholiken zur Eignung überlassen. Die Rekatholisierung führte dazu, dass Lingenfeld bis zum Ende des 2. Weltkrieges ein Ort mit fast ausschließlich römisch-katholischer Bevölkerung war. Es gab gerade einmal knapp 10 protestantische Familien in Lingenfeld.

In den 50er Jahren des 20. Jahrhundert begann auf Grund der kriegsbedingten Wanderungsbewegungen ein starker Zuzug insbesondere von Protestanten. Dieser Zuzug wurde im Rahmen großer Neubaugebiete in den 1980er Jahren und dann erneut ab 2010 deutlich verstärkt, so dass Lingenfeld heute den weitaus größeren Gemeindeanteil stellt.
Diese demographischen Veränderungen zeigten sich natürlich auch in der Ausprägung des Gemeindelebens in den letztens 20 Jahren. Die mittlerweile fast schon kleinstädtische Struktur Lingenfelds verlieh dem Gemeindeleben unserer Doppelgemeinde viele positive Impulse.